Glücklich geschieden? Gelungener Auftakt für “Scheden or nich Scheden?”

Gänsehaut-Momente bei der Premiere von “Scheden or nicht Scheden?” am 11. Oktober 2018 in Norderstedt: Die letzte Szene läuft, im Festsaal am Falkenberg herrscht gebannte Stille. Mit allen Sinnen nehmen die Zuschauer das zutiefst bewegende Geschehen auf der Bühne auf. Dann der Schlussakkord, Blackout – und unverzüglich brandet starker Applaus auf! Mit einem für eine Komödie sehr emotionalen Schluss geht ein unterhaltsamer Theaterabend zu ende.

Scheidungsanwalt Kniste-Wech stimmt die Zuschauer im Foyer auf “Scheden or nich Scheden?” ein

Wir waren uns nicht sicher, wie das Publikum auf dieses ungewöhnliche Finale reagieren würde,” so Regisseur Christian Hartrampf. “Eigentlich hatten wir mit Totenstille gerechnet, weil das Geschehen auf der Bühne einen doch sehr mitnimmt.” Doch als der spontane Applaus loslegte, da wusste das Ensemble von Tanks Theater auf und hinter der Bühne: Alles richtig gemacht!

Was genau passiert ist, wird natürlich nicht verraten. Nur soviel sei gesagt: Die Geschichte von Autor Rolf Sperling um das Ehepaar Mergenheim, das sich nach über 20jähriger Ehe scheiden lassen will, erfährt in buchstäblich letzter Minute eine überraschende Wende. Doch bis es dazu kommt, werden die Lachmuskeln der Zuschauer nicht zu knapp strapaziert: Zwei Makler, die um den Verkauf der Mergenheimschen Eigentumswohnung konkurrieren, sorgen mit ihren kauzigen Kaufinteressenten – einem exzentrischen Künstler und einer reichen Witwe – für ein pointenreiches Hin und Her; und im Hintergrund zieht Hausmeister Gustav die Fäden. Ins Plattdeutsche übersetzt wurde die Komödie übrigens von der Norderstedter Schauspielerin und Moderatorin Benita Brunnert. “Michael Kobrow ist als heißer Hausmeister Gustav ein Lichtblick, weil er sehr natürlich spielt, ebenso Marion Hartrampf, die das Spiel als Mathilde von Vaarensbeck hochnäsig, männergeil und souverän aufmischt,” so Heike Linde-Lembke im Hamburger Abendblatt/Norderstedter Zeitung.

Wer seine Neugier befriedigen will, dem seien Karten für eine der kommenden Vorstellungen dringend an Herz gelegt – es lohnt sich!

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