“Snieder Nörig”: Tanks Theater spielt einen Ohnsorg-Klassiker

Kritisch verfolgt Regisseurin Marion Hartrampf eine Szene aus dem dritten Akt von “Snieder Nörig“, dem plattdeutschen Klassiker von Paul Schurek, den das Tanks Theater ab dem 11. August 2022 auf die Bühne im Festsaal am Falkenberg in Norderstedt bringen wird. Nach einer kurzen Unterbrechung und einigen Tipps der Regisseurin an die Schauspieler beginnt die Szene von Neuem, und diesmal läuft es deutlich besser. “Nachdem wir mit Keen Appel för Eva ein recht modernes Stück gespielt haben, fiel diesmal bewusst die Entscheidung, einen echten Ohnsorg-Klassiker auf den Spielplan zu nehmen – denn Abwechslung in bekanntlich Trumpf,” erläutert Christian Hartrampf, 1. Vorsitzender des Tanks Theater, die Stückauswahl und fährt fort: “Uns ist wichtig, sowohl ein jüngeres Publikum als auch unser älteres Stammpublikum anzusprechen. Und ein Klassiker dürfte den Geschmack beider Zielgruppen treffen.”

Für Michael Kobrow, der bereits über 80 Lenze zählt, ist die Titelrolle des Schneiders Nörig eine echte Herausforderung: “Aber eine, die ich sehr gerne angenommen habe! Es war schon immer mein Traum, einmal eine Rolle zu spielen, die einst der unvergessene Henry Vahl verkörpert hat. Unsere Regisseurin hat aber gleich zu mir gesagt: Michel, ich möchte, dass Du Dir die Rolle selbst zu eigen machst, und nicht einfach Henry Vahl kopierst. Das beherzige ich seit der ersten Probe.”

Und die Proben zeigen, dass Kobrow – oben links im Bild mit Richard Bürger, der den besten Freund Krup des Schneiders Nörig spielt – dies ausgezeichnet gelingt! Auch die weiteren Mitglieder des Ensembles sind hochmotiviert, so dass bei den Proben viel und herzlich gelacht wird. Elisabeth “Lizzy” Clasen spielt die Tochter Anna, die mit dem alten Krup verheiratet werden soll, und mischt mit ihrer herzerfrischenden Art die Szenen auf. Unsere “Urgesteine” Britta Böttcher und Renate Lüdecke lassen sich gerne von so viel Enthusiasmus mitreißen. Auch Nils Knöpke und Peter Jonsson bereichern mit ihrer Art die Szenerie, und Gudrun Dohms, die im Frühjahr grandios als Karola von Wittgenstein in “Keen Appel för Eva” überzeugte, ist mit einem Kurzeinsatz zu sehen.

Wer gerne einen vergnüglichen Theaternachmittag oder -abend erlebt, der sollte sich schnellstmöglich Karten für eine der zehn Vorstellungen sichern.

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